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Haplogruppe J (mtDNA)

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Geographische Verteilung

Die Haplogruppe J ist weitgehend gleichmäßig über ganz Europa verteilt. Die einzige Population ohne nennenswerte Vorkommen sind die Samen in Lappland. Die höchsten Vorkommen der mtDNA J finden sich innerhalb Europas in Cornwall (20%), Nord-Ossetien (16.1%), Aragon (15.8), Wales (15.3%), Island (14%), Dänemark (13.5%), Sardinien (13%), Schottland (12.7%), England (11.5%), Schweiz (11.5%), Niederlande (11%) und Rumänien (11%). Im Nahen Osten ist sie am verbreitetsten in Saudi-Arabien (21%), Kuwait (16%), Jemen (15%), Kurdistan (14.8%), dem süd-westlichen Iran (14%), Irak (13%) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (12%). Regionale Schwerpunkte gibt es in einigen Kaukasischen Volksgruppen, insbesondere Nord-Ossetien (16%) und bei den Darginen (11%).

Verteilung der Haplogruppe J in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten

Verteilung der Haplogruppe J in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten

Ursprünge und Geschichte

Man vermutet, dass die Mutation zur Haplogruppe J etwa vor 45,000 Jahren in Westasien stattfand. Es wird geschätzt, dass die Abspaltung J2 von J* etwa vor 37,000 Jahren, gefolgt von J1 vor etwa 33,000 Jahren erfolgte. Zwischen dem Letzteiszeitlichen Maximum (etwa 26,500 bis 19,000 Jahre vor heute) und dem Ende der letzten Eiszeit (vor etwa 12,000 Jahren) erfolgte eine Aufspaltung der J-Linien in hauptsächlich sieben Unterkladen: J1b (± 23,000 b2k), J1c (± 16,500 b2k), J1d (± 20,000 b2k), J2a1 (± 16,500 b2k), J2a2 (± 20,500 b2k), J2b1 (± 15,500 b2k) und J2b2 (± 11,000 b2k). Beachten Sie besonders, dass die aktuelle Nomenklatur die frühere Unterklade J1a nicht mehr verwendet; J1a wurde zwischenzeitlich zu J1b3a umbenannt.

Wiederbesiedlung Europas am Ende der letzten Eiszeit

Bisher wurden keine archäologischen Spuren der mtDNA J im Europa der Mittelsteinzeit und Altsteinzeit gefunden. Dennoch wird vermutet, dass einige J-Linien Europa bereits am Ende der letzten Eiszeit vom Nahen Osten oder von Südosteuropa her besiedelten, vgl. Pala et al. (2012). Wenn dem so ist, ging diese Besiedlung vermutlich von J2a1-Abstammungsgruppen aus. J2a1 ist heute weitgehend schwach im heutigen Europa vertreten, möglicherweise gehört aber auch J1c dazu. Die höchsten Vorkommen von J2a1 finden sich in Norddeutschland und Dänemark (5%), der Schweiz (3%) und England (2%).

J1c ist heute relativ selten im Nahen Osten, kann aber als eine der Gruppen angesehen werden, die während des Epipaläolithikums als Jäger und Sammler den östlichen Mittelmeerraum und den Südbalkan bewohnten. Ihre Ausbreitung über Europa fand nicht vor der Jungsteinzeit statt.

Die paternalen Haplogruppen, welche ursprünglich J1c und J2a1 entsprachen, könnten E-V13 (E1b1b1a1a1a) und J2b gewesen sein, zwei Abstammungsgruppen, die sich vermutlich in Südosteuropa am Ende der letzten Eiszeit und kurz danach entwickelt haben könnten. Kontakte zwischen europäischen Jägern und Sammlern könnten zu einer Kombination der Linien J1c und J2a1 mit den Y-Haplogruppen I1, I2 und R1a bereits vor der Jungsteinzeit geführt haben.

Ausbreitung des Ackerbaus in der Jungsteinzeit

Es wurden bereits genetische Proben unterschiedlicher Kulturen der Jungsteinzeit klassifiziert, darunter die Bandkeramische Kultur (kurz LBK für Linearbandkeramik) in Mitteleuropa, die Impresso-Kultur in Südfrankreich, Megalithkulturen in Nordspanien und die Trichterbecherkultur in Deutschland und Schweden. Alle bisherigen neolithischen Proben gehören zu J1*, J1c oder J2b1a. J1c ist im heutigen Europa die verbreitetste Form der mtDNA J und macht dort drei Viertel aller J Linien aus.

Daraus ergibt sich folgende Frage: Kamen die Linien J1c und J2b1a im Neolithikum direkt aus dem Nahen Osten oder waren sie bereits auf dem Balkan beheimatet und haben sich von dort ausgebreitet? Da sie beide heute im Nahen Osten recht selten sind, erscheint die zweite Hypothese zuerst überzeugender.

Allerdings wird das Alter der Haplogruppe J2b1a auf 11,000 Jahre vor heute geschätzt, während das Neolithikum im Nahen Osten etwa vor 12,000 Jahren begann. Sie könnte also vom Nahen Osten als J2b1* gekommen und sich erst in Europa zu J2b1a entwickelt haben. So wäre leichter zu erklären, warum diese spezielle Unterklade fast ausschließlich europäisch ist, während die anderen Unterkladen von J2b1 überwiegend im Nahen Osten und im östlichen Mittelmeerraum zu finden sind. J2b1a wäre demnach als maternale Abstammungsgruppe früher Landwirte zusammen mit der paternalen Gruppe G2a (und vielleicht ebenso mit E-M123, J1 und T) nach Europa gekommen.

J1c ist jedoch mit 15,000 Jahren zu alt für dieses Szenario. Wäre sie Teil der neolithischen Ausbreitung vom fruchtbaren Halbmond aus gewesen, müssten viele J1c Unterkladen heute vornehmlich in Westasien vertreten sein, was aber nicht der Fall ist. Die einzigen J1c Individuen außerhalb Europas gehören tiefen Unterkladen an, deren Ursprung in Europa und Anatolien unstrittig ist. Mathieson et al. (2015) analysierten die DNA früher neolithischer Bauern aus Westanatolien und der Starčevo-Kultur in Ungarn und Kroatien, und er konnte in beiden Kulturen J1c nachweisen, zusammen mit anderen Abstammungsgruppen wie H5, K1a, N1a, T2 und X2, welche typisch für die europäische Jungsteinzeit sind. Lazaridis et al. (2016) analysierten 44 prähistorische Proben aus dem Nahen Osten, darunter neolithische Bauern vom Jordan und aus dem westlichen Iran, ebenso Proben aus Armenien und der Levante aus der Kupfersteinzeit und der Bronzezeit. Sie fanden darunter keine J1c außer einer einzelnen Probe aus dem jungsteinzeitlichen Iran. Dies erweckt den Eindruck, dass J1c-Linien vermutlich nicht unter den ersten Bauern des fruchtbaren Halbmondes vertreten waren, sondern in den benachbarten Bevölkerungen weiter nördlich assimiliert wurden, insbesondere in Anatolien und dem Iran, aber wahrscheinlich auch auf dem Balkan, welcher während der Eiszeit und kurz danach mit einer Landbrücke mit Anatolien verbunden war.

Indoeuropäische Einwanderung in der Bronzezeit

Die Haplogruppe J wurde in bronzezeitlichen Funden nachgewiesen in der Jamnaja-Kultur (J2b), der Kultur der Schnurkeramik (J1c und J2b1a), der Katakombengrab-Kultur (J1b1a1), der Aunjetitzer Kultur (J1b1a1) und der Urnenfelderkultur (J1b1), in allen Fällen in Mitteleuropa. Die Kultur der Schnurkeramik wird mit der Verbreitung der Y-Haplogruppe R1a von der nordrussischen Steppe assoziiert, und in Anbetracht der Kontinuität mit neolithischen Funden in Mitteleuropa kann angenommen werden, dass die maternalen Abstammungsgruppen J1c und J2b1a nicht mit den Einwanderern kamen, sondern von männlichen Zuwanderern aufgenommen wurden.

Andererseits wurde J1b im vorbronzezeitlichen Europa nicht nachgewiesen und sehr wahrscheinlich erst durch Indoeuropäer eingebracht, welche die paternale Abstammungsgruppe R1b trugen. Als Begründer der Aunjetitzer Kultur und der Urnenfelderkultur werden überwiegend Männer der Abstammungsgruppe R1b vermutet. J1b wurde ebenfalls in Afrikanischen Gruppen gefunden, welche paternal R1b-V88 trugen, weshalb man vermuten darf, dass J1b eine der originären maternalen Gruppen in R1b Populationen waren, zumindest in der frühen Jungsteinzeit (vgl. die R1b Historie). Das Fehlen von J1b in bronzezeitlichen Funden, welche mit der Ausbreitung der R1a-Gruppen der Indoeuropäer assoziiert werden (baltoslawisch und indoiranisch), unterstützt die These, das europäische J1b ausschließlich in frühen R1b-Populationen vorkamen.

J1b ist außerhalb der R1b-Populationen sehr verbreitet im Nahen Osten (besonders im Südkaukasus, Iran und auf der Arabischen Halbinsel), wenn auch mit unterschiedlichen Unterkladen. Die am weitesten verbreitete Unterklade von J1b in Europa ist J1b1, welche am stärksten mit der Y-Haplogruppe R1b assoziiert ist, und darin J1b1a, welche als wichtigste Unterklade der Urnenfelderkultur angenommen wird. Weitere Unterkladen von J1b sind auf das östliche Mittelmeergebiet und den Nahen Osten begrenzt.

Die höchsten Frequenzen von J1b1a in Europa treten durchgängig dort auf, wo die Y-Haplogruppe R1b stark vertreten ist, namentlich Island (5.5%), Schottland (3.5%), Wales (3.5%) und Südwestfrankreich (2.5%).

Die Chitral-Kalasha in Nordpakistan (Hindukusch), bei denen blonde Haare und blaue Augen keine Seltenheit sind, sind ein weiterer interessanter Fall. Nach Quintana-Murci et al. (2004) sind ihre maternale Haplogruppen ausschließlich Westeurasisch und enthalten typischerweise Indoeuropäische Gruppen wie H2a1 (2%), U2e (16%) und U4 (34%). Alle drei sind eng verbunden mit der Y-Haplogruppe R1a. Eine weitere maternale Abstammungsgruppe bildet mit 11% J2b1a, welche meist in Russland und Westeuropa, aber selten im Nahen Osten zu finden ist (vgl. oben). Bei den typischen Vorkommen von J2b1a in Westeuropa liegt eine Kombination mit der Y-Abstammungsgruppe R1b vor. Die Chitral-Kalasha hingegen gehören zu 18% zu R1a, aber kaum zu R1b, weiterhin weisen sie Reste sehr alter R* und R1* aus, was sie sehr speziell macht. Dies bedeutet, dass J2b1a1 wahlweise von R1a- oder R1b-Indoeuropäern verbreitet worden sein kann oder auch von beiden Gruppen.

Unter den typischen europäischen J1c-Gruppen sind gelegentlich tiefe Unterkladen vertreten, welche ebenso in Westasien, Südasien, Zentralasien und Nordasien vertreten sind. In vielen Fällen können diese Unterkladen außerhalb Europas durch Indoeuropäische Migranten verbreitet worden sein. Dafür finden sich als mögliche Kandidaten J1c1 (in Usbekistan), J1c2a5 (auf den Kanarischen Inseln, unter Wolgatataren und in Sibirien), J1c2m (in Turkmenistan, Sibirien und Rumänien), J1c3e1 (in der Türkei), J1c3f (im Nordkaukasus und Kasachstan), J1c4 (in Sibirien), J1c5 (in Indien und unter den Jakuten in Sibirien), J1c7 (in Armenien und Kuwait), J1c8 (in Indien), J1c12a und J1c12b (im Irak und in Aserbaidschan). Alle diese Gruppen sind ebenfalls in West- und Osteuropa zu finden. Unglücklicherweise ist der Datenstand für tiefe Unterkladen von J in Zentral- und Südasien derzeit sehr dünn, weshalb kaum klare Aussagen möglich sind. Es kann durchaus sein, dass diese J1c Unterkladen durch jungsteinzeitliche Hirten vom Zāgros und vom Kaukasus verbreitet wurden, wobei sie die Y-Haplogruppen J2a und T1a mitbrachten, welche als Nachbarn der R1b-Rinderhirten im frühen Neolithikum möglich sind.

Unterkladen im Nahen Osten

J1b (J1b1), J1d, J2a2, J2b1b und J2b2 sind sehr selten in Europa und weitgehend auf den Nahen Osten beschränkt. J2a2 ist auch in Nordwestafrika verbreitet (J2a2b und J2a2d).

Alle Unterkladen von J1d und J1b außer J1b1 sind großräumig im Nahen Osten zu finden, in etwa begrenzt durch Kaukasus, östlichen Mittelmerrraum und Iran. J1d4 wurde sogar bei Indischen Brahmanen nachgewiesen. Die Verteilung der maternalen Haplogruppen J1b und J1d gleicht jener der paternalen Gruppen J1 und J2, wobei die maternale J1d wie die paternale J2 verteilt ist.

Unterkladen

  • J1
    • J1b
      • J1b1: eine Indoeuropäische Unterklade, zu finden in Anatolien, Zentralasien, Indien und fast überall in Europa
        • J1b1a: zu finden in Europa, dem Kaukasus und Indien
          • J1b1a1: zu finden in Westeuropa
          • J1b1a2: zu finden in Italien, Griechenland und Armenien
          • J1b1a3: zu finden in Italien, Armenien und im Nordiran
        • J1b1b: zu finden in Nordwesteuropa, Italien, der Türkei und China (Xinjiang)
          • J1b1b1: zu finden in Italien, Armenien, Irak, Iran, Indien und Sibirien (Burjaten, Altai)
          • J1b1b2: zu finden im Iran
      • J1b2: zu finden in Mesopotamien, Marokko, Iberien, Italien und Frankreich
        • J1b2a: zu finden im Nahen Osten
      • J1b3: zu finden in Italien und Armenien
        • J1b3a: zu finden im Iran (Perser), Armenien und Mitteleuropa
        • J1b3b: zu finden in Griechenland und im Iran
      • J1b4: zu finden in der Türkei und auf Kreta
        • J1b4a: zu finden in Armenien und im Iran
      • J1b5
        • J1b5a: zu finden im Irak, Armenien und Ossetien
        • J1b5b: zu finden im Irak und Iran
        • J1b5c: zu finden im Iran (Kaschgai)
      • J1b6: zu finden im Iran (Perser), Irak und Kuwait
        • J1b6a: zu finden in Italien und im Iran
      • J1b7: zu finden im Irak und der Türkei
      • J1b8: zu finden in Armenien und dem Maghreb
    • J1c
      • J1c1: zu finden in ganz Europa
        • J1c1a: zu finden auf den Britischen Inseln und in Finnland
        • J1c1b: zu finden in West- und Nordeuropa
        • J1c1c
        • J1c1d
        • J1c1e
        • J1c1f
        • J1c1g: zu finden in Westeuropa
      • J1c2: found throughout Europe
        • J1c2a: zu finden auf den Britischen Inseln und Skandinavien
        • J1c2b: zu finden auf den Britischen Inseln
        • J1c2c: zu finden in Nord- und Osteuropa
        • J1c2d: zu finden auf den Britischen Inseln und Skandinavien
        • J1c2e: zu finden in Nord- und Mitteleuropa, bei den Basken und im Iran (Perser)
        • J1c2f: zu finden in Südrussland, Nord- und Mitteleuropa
        • J1c2g: zu finden in Britannien
        • J1c2h
        • J1c2i: zu finden in der Türkei
        • J1c2j: zu finden in Italien
        • J1c2k: zu finden in Griechenland
        • J1c2l
        • J1c2m: zu finden in Rumänien, Russland (Sibirien), Iran und Turkmenistan
        • J1c2n: zu finden in Finnland
        • J1c2o
        • J1c2p: zu finden in der Ukraine
        • J1c2q
        • J1c2r: zu finden in Estland
        • J1c2s
      • J1c3: zu finden in ganz Europa
        • J1c3a: zu finden in Nordwesteuropa
        • J1c3b: zu finden in Nordwesteuropa
        • J1c3c: zu finden in Frankreich, Deutschland und dem Benelux
        • J1c3d: zu finden in Russland
        • J1c3e: zu finden in Mittel- und Nordosteuropa
        • J1c3f: zu finden in Nordeuropa
        • J1c3g: zu finden in Nordwesteuropa und Russland
        • J1c3h
        • J1c3i
        • J1c3j
        • J1c3k: zu finden in Russland (Adygeja)
      • J1c4: zu finden in Mittel- und Nordeuropa
        • J1c4a
        • J1c4b
      • J1c5: fast überall in Europa zu finden
        • J1c5a
        • J1c5b
        • J1c5c: zu finden bei den Basken
        • J1c5d: zu finden in Nordwesteuropa
        • J1c5e: zu finden in Europa und Indien (Punjab)
        • J1c5f
      • J1c6: zu finden bei den Basken
      • J1c7: zu finden in Ost, Mittel- und Nordeuropa und im Iran (Kaschgai)
        • J1c7a: zu finden in Spanien, Italien, Südost- und Nordost-Europa, und Iran (Perser)
      • J1c8: zu finden in Schweden, Britannien, Spanien, auf Kreta und in Indien
        • J1c8a
        • J1c8b
      • J1c9: zu finden in Nordeuropa und Italien
      • J1c10: zu finden in Mittel- und Westeuropa, Italien, (inkl. Sardinien) und Marokko
        • J1c10a
      • J1c11: zu finden in Italien und Österreich
        • J1c11a
      • J1c12: zu finden in Italien, Israel, Mesopotamien, Aserbaidschan und Russland (Wolgatataren)
      • J1c13
      • J1c14: zu finden in Mittel- und Osteuropa
      • J1c15: zu finden in Italien und dem Nahen Osten (Israel, Aserbaidschan, Irak, Kuwait)
        • J1c15a
        • J1c15b
      • J1c16
      • J1c17: zu finden auf Sardinien
    • J1d: zu finden in Mittelmeerraum Europas, dem Nahen Osten und dem Kaukasus
      • J1d1: zu finden in Spanien, Italien, Griechenland, der Türkei, Zypern, Iran, Kuwait und Uganda
        • J1d1a
        • J1d1b
      • J1d2: zu finden in Italien, Armenien und Iran
        • J1d2a:
      • J1d3: zu finden in Italien und um den Kaukasus (Adygeja, Georgien)
        • J1d3a: zu finden im Iran (Kaschgai)
        • J1d3b
      • J1d4: zu finden in Armenien und Indien (Brahmanen)
      • J1d5: zu finden in Iran
      • J1d6: zu finden in Russland (Ossetien, Mansia, Sibirien) und Iran (Aseri)
        • J1d6a
  • J2
    • J2a
      • J2a1: überwiegend zu finden in West-, Mittel- und Nordeuropa, insbesondere um die Alpen und in Skandinavien
        • J2a1a
      • J2a2: überwiegend zu finden im Nahen Osten und Nordafrika
        • J2a2a: zu finden in Italien, Anatolien, der Levante und dem Jemen
        • J2a2b: zu finden im Maghreb, Griechenland und Russland
        • J2a2c: zu finden in Italien (mit Sardinien) und im Jemen
        • J2a2d: zu finden im Maghreb
    • J2b
      • J2b1: überwiegend zu finden im Nahen Osten (v.a. Kaukasus und Anatolien), aber auch im Mittelmeerraum, Mitteleuropa und am Atlantik
        • J2b1a: zu finden in Westeuropa und Russland
        • J2b1b: zu finden auf den Britischen Inseln
        • J2b1c: zu finden in Griechenland (mit Kreta) und Russland
        • J2b1d: zu finden in Russland (Nordwestkaukasus)
        • J2b1e: zu finden in Italien und der Levante (Libanon)
        • J2b1f: zu finden in der Levante (Syrien) und Armenien
        • J2b1g
        • J2b1h
      • J2b2: zu finden im Nahen Osten und Rumänien

Vermutete gesundheitliche Merkmale

Gemäß González et al. (2012)scheint Haplogruppe J vor Diabetes geschützt zu sein.

Coskun et al. (2004) haben die Mutationen untersucht, welche mitochondriale Transkription und Replikation hemmen, und haben berichtet, dass Haplogruppe J vor Alzheimer geschützt sein könnte.

Die Haplogruppe J definierende Mutation A10398G! (eine Reversion zur Haplogruppe N) wurde in Zusammenhang mit erhöhter Lebenserwartung gebracht (Dato et al. (2005), Shlush et al. (2008) und Nijiati et al. (2013)) sowie mit dem Schutz vor Parkinson (Ghezzi et al. (2005) und Clark et al. (2011)). Diese Mutation betrifft alle Unterkladen von J außer J1c8.

Die allgemeine Mutation C150T wird mit deutlich höherer Frequenz bei Chinesischen und Italienischen Hundertjährigen gefunden und könnte sich gemäß Chen et al. (2012) hinsichtlich Lebenserwartung und Stressresistenz auswirken. C150T definiert die Haplogruppen J1b7, J1c1c und J2, ist aber teilweise auch in anderen Unterkladen zu finden.

Hendrickson et al. (2008) untersuchten die Rolle der Mitochondrien beim Fortschreiten von AIDS für HIV-1 infizierte Personen. Sie ermittelten ein schnelleres Fortschreiten bei den Haplogruppen J und U5a.

Martínez-Redondo et al. (2010) fanden heraus, dass für Haplogruppe J im Vergleich zu anderen Haplogruppen eine niedrigere maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) typisch ist. Eine andere Untersuchung von Marcuello et al. (2008) berichtet ebenfalls, dass Vertreter der Haplogruppe J eine niedrigere VO2max aufweisen und weiterhin eine niedrigere Effizienz des Elektronentransportkomplexes (ETC) und verminderte Produktion von Adenosintriphosphat (ATP) und reaktiven Sauerstoffspezies (ROS, früher Sauerstoffradikale genannt). Daraus würde folgen, dass Individuen der Haplogruppe J eine geringere physische Ausdauer unter anhaltender Belastung aufweisen.

Bekannte J Individuen

David Caramelli und seine Gruppe untersuchten die vermuteten Überreste von Petrarca (1304-1374), dem berühmten Humanisten, Gelehrten und Dichter der frühen Italienischen Renaissance. Sie konnten seine maternale Haplogruppe als J2 ermitteln.

Am 12. September 2012 gaben Archäologen der Universität von Leicester bekannt, sie glaubten die Überreste von König Richard III. von England (1452-1485) in der früheren Franziskanerkapelle von Leicester gefunden zu haben (vgl. die Exhumierung von Richard III.). Die ermittelte maternale Haplogruppe J1c2c des Skelettes passte zu heutigen matrilinearen Abkömmlingen der Anne von York, der älteren Schwester von Richard, womit die Identität des mittelalterlichen Königs bestätigt wurde.

Edward IV von England (1442-1483) war Richard III. älterer Bruder und sein Vorgänger als König von England. Da sie die selbe Mutter, namentlich Cecily Neville, Herzogin von York, hatten, sollten beide Könige auch die selbe mtDNA Haplogruppe gehabt haben.

Weitere berühmte Vertreter der Haplogruppe J

  • Esther Hochman Wojcicki (Unterklade J1c): eine US-amerikanische Journalistin und stellvertretende Vorsitzende von Creative Commons.
  • Anne Wojcicki (Unterklade J1c): eine US-amerikanische Unternehmerin in der Biotechnologie. Sie ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von 23andMe. Sie ist die Tochter von Esther Wojcicki und war verheiratet mit Sergey Brin, einem Mitgründer von Google.
  • Mario Batali (Unterklade J1b3a): ein US-amerikanischer Koch, Publizist, Gastronom und Prominenter. Er gilt als Spezialist von Geschichte und Kultur der Italienischen Küche, insbesondere regionaler und lokaler Variationen. Seine Haplogruppe wurde in der Fernsehsendung Faces of America bekannt gegeben.
  • Ximena Navarrete: ein Mexikanisches Model, Schauspielerin und Schönheitskönigin, welche den Titel Miss Universe 2010 errang.


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